Veranstaltungskalender

OTELO: Technik mit Lustprinzip

Die Offenen Technologie-Laboratorien (OTELO) in der ehemaligen Musíkschule beim Vöcklabrucker Bahnhof und im alten Gmundner Kapuzinerkloster übertragen das Modell eines Bastel und Forschungszentrums für Technik-Begeisterte erstmals aus Millionenstädten wie Barcelona oder Wien (Metalab, Happy Lab) hinaus aufs Land. Das Konzept spricht tausende Schüler mittlerer und höherer Schulen an, aber ebenso Studenten, die Anreize suchen, um am Wochenende gerne heim zu fahren, und die vielen Lehrlinge und Facharbeiter aus den regionalen Betrieben. Im Salzkammergut soll das Angebot auch noch auf kreativ-künstlerische Projekte ausgeweitet werden.

Aufbau, Trägerschaft, Betrieb, Finanzierung, Sponsoring

Das OTELO besteht auch einem Gemeinschaftsraum samt Küche und mehreren Klein-Labors, sogenannten Nodes (engl. Knoten), in denen Kleingruppen ihr Projekt betreiben können. Das OTELO ist für jede/n offen. Es spricht zuallererst Junge an, verbindet aber auch Generationen, weil professionelle Workshop-Dozenten und ehrenamtlich auch ältere Spezialisten in die Nodes geholt werden.

Beide OTELOs und auch künftige Standorte führt ein Trägerverein, in dem Regionalmanagement, Politiker und Bedienstete beider Städte, das Techno-Z Attnang und Vertreter der ersten Nodes ehrenamtlich tätig sind. Gründungsobmann ist der IT- und Medienkunst-Experte Roland Jankowski (Zell am Pettenfirst / Wien), sein Stellvertreter der Gmundner Jugendkulturbeauftragte Josef Aigner. OTELO ist ein Low Cost-Projekt: Die Städte zahlen die Konzeptentwicklung, das Quartier samt Betriebskosten und schnelles Internet. Das Personal arbeitet ehrenamtlich oder es wird über Projektfördermittel von Land, Bund oder EU engagiert. Die Ausstattung (Notebooks, Werkzeug, Software, Material) bringen einerseits die Node-Benützer mit. Andererseits baut der Verein bei der Materialbeschaffung auf das Sponsering durch heimische Betriebe.

Leitgedanke: Druck raus! Lust rein!

Stefan Reiter beim Robo-Node Workshop Das OTELO versteht sich nicht als getarnte Ausbildungsstätte, sondern als anregende Freizeiteinrichtung für Kreative, deren Sinn und Zweck in erster Linie ein sozialer ist: Community Building mit niedrigschwelligem, offenen Zugang und interessanten Betätigungsmöglichkeiten. OTELO kann viel, was Schule, Uni oder Betrieb nicht können und wird deshalb vor allem auch jene Menschen für Technisches begeistern, die mit konventioneller Ausbildung nicht klar kommen. OTELO nimmt in jeder Hinsicht den Druck raus und lädt Technik und Kreativität mit Lust auf. Im offenen Bereich trifft man/frau Freunde, kocht zusammen, hört Musik, surft und recherchiert im Web, diskutiert, feiert Partys. Die Vorgabe, dass etwas Funktionierendes, Verwertbares entstehen muss, gibt es nicht. Hier darf, ja soll man/frau verspielt und verrückt sein. Es gibt keinen Zeitdruck, keine Noten oder Prüfungen. Hier bestimmt alleine die Node-Belegschaft was sie tun will. Hier darf die Versuchsapparatur aufgebaut, darf das Node unaufgeräumt bleiben und es darf gebastelt werden, wann immer die Node-Betreiber wollen, auch in der Nacht.

 
start.txt · Zuletzt geändert: 2010/07/18 17:47 von Stefan Reiter
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